Unser Kindergartenjahr

  • Unser Kindergartenjahr ist stark von den Jahreszeiten und den daraus entstehenden Veränderungen der Natur geprägt. Wir greifen gezielt Situationen und Gegebenheiten auf, die über das ganze Jahr erlebt und beobachtet werden. Das sind im Frühling z.B. die ersten Frühlingsboten, wie das Buschwindröschen, der Huflattich und der rege Gesang der Vögel. Zu dem situationsorientierten Arbeiten, planen wir jährlich ein größeres, übergreifenderes Thema mit ein, wie z.B. „Wasser“.

  • Themen, die die Kinder sehr interessieren oder beschäftigen, werden aufgegriffen und behandelt.

  • Auch gemeinsame Feste und Feiern die zu unserer Kultur gehören werden mit eingebunden.

 

  • Der Tagesablauf ist geprägt durch Rituale und geregelte Abläufe, diese geben den Kindern in ihrer Kindergartenzeit Struktur, Sicherheit und Verlässlichkeit.  

 

  • Das Freispiel bietet den Kindern die Möglichkeit, sich ihren Interessen zu widmen und sich intensiv damit zu beschäftigen.

 

  • Beim Erkundungsgang entdecken wir Flora und Fauna in anderen Gebieten unseres Waldes.

 

  • Bestimmte Plätze werden auch gerne gezielt angesteuert, weil diese Abwechslung und andere Spielmöglichkeiten bieten. Die Motorik und die Fantasie werden mit neuen Eindrücken angeregt und gefördert

 

  • Durch geplante Angebote und Aktionen, werden Themen intensiv behandelt und vertieft.

 
 
 

Unsere Ziele

  • Die Natur und all ihre Schätze und Gegebenheiten mit allen Sinnen erleben und entdecken

  • Die Wertschätzung jedes Einzelnen sowie der Natur 

  • die Förderung des Gemeinschaftssinnes

  • Ein positives Körpergefühl und Denken entwickeln

  • Selbstvertrauen und Mut für den Alltag und das Leben erlangen

  • Förderung der Selbständigkeit

  • Förderung der Fein- und Grobmotorik

  • Bewegungsfreude wecken und fördern

  • Freude an Musik und Rhythmik wecken

  • Förderung der Sprache

  • Mit Spaß, Freude und Forschergeist jeden Tag erleben

  • Sach- und Fachwissen vermitteln

Ein Tag bei den Kleinen Trollen

Wenn die „Kleinen Trolle“ morgens von ihren Eltern zu unserem Treffpunkt gebracht werden, beginnt der Tag für sie bereits in der freien Natur.

Jedes Fleckchen, dass uns unser Wald bietet, lässt uns immer wieder Neues entdecken. So bietet der Bereich am Treffpunkt hier schon viele Eindrücke und Spielmöglichkeiten.

Ist die Bringzeit vorbei geht es zu unserem festen Anlaufpunktunseren zwei Bauwagen. Dort befindet sich auch unser Hurgelplatz, hier singen wir zusammen ein Gutenmorgenlied und starten gemeinsam in den Kindergartentag.

Der Morgenkreis wird auch dazu genutzt, um gewählte Themen zu besprechen und zu vertiefen. Auch die Kinder nutzen das Zusammensein um Ereignisse oder Erlebnisse die sie beschäftigen zu erzählen. Es wird besprochen, ob der Tag am Bauwagenplatz oder wo anders verbracht wird und welche Materialien für einen Erkundungsgang bzw. das Spiel benötigt werden.

Außer der Vielfalt unseres Waldes, steht jedem Kind beim Bauwagenplatz ein Eimer, eine Schaufel und ein Schüsselchen zur Verfügung mit dem es spielen kann. Die Kinder dürfen unter Aufsicht mit Werkzeug arbeiten, darunter Schnitzmesser, Sägen und Hammer. Hier gibt es bestimmte Regeln und Abläufe. Auch Rechen, Schneeschaufeln, Stelzen und Pferdeleinen stehen zum Spielen bereit. In den Bauwagen werden verschiedene Materialien gelagert z.B. auch Stifte, Schere und Klebstoff

Das Ende der Spielzeit wird mit einem Signal angekündigt, bei uns ist es eine Glocke.

Nach dem üblichen Ablauf wie Aufräumen, Toilettengang und Händewaschen beginnt unser gemeinsames Vesper(Frühstück). Hier können die Kinder zur Ruhe kommen und neue Kräfte sammeln.

Nach dem Vesper bieten wir den Kindern je nach Bedarf und Thema ein Angebot an. Das kann z.B. ein Bewegungsspiel, Musizieren, ein Puppentheater oder auch einfach nochmal eine kurze Freispielzeit sein.

Das Ende des Kindergartentages wird erneut mit der Glocke signalisiert. Vor dem Rückmarsch zum Treffpunkt singen wir noch gemeinsam das Abschiedslied.

Oben angekommen, werden die Kinder von den Eltern in Empfang genommen oder spielen noch so lange, bis sie abgeholt werden.

 

Was uns so besonders macht

  • Das Spielen in der Natur und viel Bewegungsfreiheit an der frischen Luft

  • Mit wenig Material aus der Natur, viele wandelbare Dinge erschaffen

  • Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten durch klettern, balancieren, hüpfen, springen,…und dadurch Grob- und Feinmotorische Fertigkeiten erlangen

  • In Verbindung mit der Natur stehen und diese mit allen Sinnen erleben

  • Die Jahreszeiten hautnah erleben, die Veränderung der Pflanzen- und Tierwelt immer wieder neu entdecken

 

Grundausstattung und Kleidertipps für ein Waldkind

Rucksack- aus praktischen Gründen empfehlen wir einen mit zwei Öffnungsverschlüssen (wegen Jackentransport). Verschlüsse sollen vom Kind selbständig geöffnet werden können und bitte auf die richtige Größe achten!

Inhalt Rucksack

  • Isomatte (ganz praktisch ist eine klappbare)

  • Trinkflasche/Isolierflasche, bruchsicher, für kalte und warme Getränke

  • Vesperdose (die das Kind gut öffnen und schließen kann)

  • Kleines Handtuch als Unterlage für das Vesper

  • Taschentücher

  • Sammeltasche (wird vom Kindergarten überreicht)

  • Jedes „Waldkind“ benötigt eine gewisse Grundausrüstung an Kleidung für die verschiedenen Wetterverhältnisse im Wald. Hier bekommen Sie Tipps von Eltern für Eltern, Tipps für die Sommer- und Winterzeit und wo Sie die Kleidung beziehen können.

Information zur Kindergarten Kleidung

In Outdoorläden/Internetshops für Outdoorbekleidung bekommen Sie in der Regel alles was sie für die Grundausrüstung brauchen.

Jeder hat seine Vorlieben, angefangen von der Unterwäsche bis hin zu den Schuhen. Allerdings ist für den ersten Kauf der Waldschuhe eine Beratung in einem Fachgeschäft empfehlenswert, bis man ein Gefühl dafür hat, welcher Schuh für Ihr Kind gut ist.

 

Sie kennen Ihr Kind am besten, schwitzt es schnell, friert es schnell….wenn Sie das beachten, fällt die Auswahl des Materials, z.B. für die Unterwäsche etwas leichter.

 

Bitte beachten Sie, das die Temperaturen im Wald je nach Platz (schattig, feucht, sonnig,….)schnell wechseln können. Deshalb gilt:

Grundsätzlich im „Zwiebellook“ anziehen, bzw. Kleidung für diesen mitgeben. So kann das Kind bei Bedarf eine Jacke/ Pullover, Buddelhose,…. ausziehen oder anziehen.

Grundsätzlich Langarmshirts, lange Hosen (größerer Schutz vor Zecken und Steckmücken) und festes Schuhwerk (keine Sandalen!!, wegen der Verletzungsgefahr).

Wenn Funktionskleidung (atmungsaktiv) angezogen wird, dann sollten alle Kleidungsstücke diese Funktion haben. Sollte ein anderes Material dazwischen sein, staut sich die Feuchtigkeit und das Kind beginnt schnell zu frieren.

Bei Regentagen, können auch Gummistiefel angezogen werden.

Manche Läden oder Internet-Vertriebe bieten für Waldkindergärten Prozente an, fragen lohnt sich manchmal.

Es ist sinnvoll, für die kalte, sowie die warme Jahreszeit je eine hochwertige Ausrüstung (Markenhersteller) und eine günstige Gummiausrüstung (z.B. vom Discounter immer im Frühjahr und Herbst erhältlich) anzuschaffen.

Das ist finanziell machbar und so können extrem schmutzige Kleidungsstücke gewaschen werden, da eine Wechselgarnitur zur Verfügung steht.

 

Grundsätzlich gilt, so wenig wie möglich waschen, da jeder Waschgang der Kleidung schadet.

 

Erste Schritte bei den Kleinen Trollen

Schnuppertag

Sie vereinbaren mit der Kindergartenleitung telefonisch einen Termin, an dem Sie mit Ihrem Kind zu uns in den Wald kommen. Hier erleben Sie dann je nach Wunsch 1-2 Stunden oder einen ganzen Kindergartentag und bekommen dadurch einen Einblick vom Ablauf,  bestimmten Rituale und lernen das Team kennen. Sie können sich dadurch einen Eindruck verschaffen, ob der Waldkindergarten „Kleine Trolle“ zu Ihnen und Ihrem Kind passt.

 

Sollten Sie sich für uns entscheiden, ist der nächste Schritt die Anmeldung bei der Gemeinde Rudersberg.

Ab dem dritten Lebensjahr kann Ihr Kind zu uns in den Kindergarten kommen. Die Eingewöhnung findet in drei Phasen statt.

Erste Phase der Eingewöhnung

Sie verbringen den ganzen Tag mit ihrem Kind im Kindergarten.

Hier wird nun der intensive Kontakt zu einer Erzieherin hergestellt,

die sich um Ihr Kind kümmert und es mit den Abläufen vertraut macht. Ein sanftes Lösen von der Mutter oder dem Vater und der Vertrauensaufbau zur Erzieherin ist hier das Ziel.

Nun ist es davon abhängig wie schnell sich das Kind von Ihnen (und Sie sich vom Kind) lösen können, bis der Übergang in die zweite Phase stattfinden kann.

Zweite Phase der Eingewöhnung

Das Kind hat nun schon so viel Vertrauen, dass Sie z.B. für eine Stunde gehen können. Die Zeitspanne variiert bei jedem Kind je nach Gemütszustand. Sollte Ihr Kind diese Zeitspanne nicht aushalten können, werden Sie gleich telefonisch informiert.

Dritte Phase der Eingewöhnung

In dieser Phase erleben Sie mit Ihrem Kind noch den Morgenkreis. Sie verabschieden sich und holen es dann am Ende des Kindergartentages oben am Treffpunkt ab.

 

Diese Phasen können schnell oder langsam bewältigt werden- wir geben Ihrem Kind die nötige Zeit. Wenn Ihr Kind es dann ganz alleine schafft den Tag zu erleben, fängt ganz offizielle die Kindergartenzeit an.

 

Vorschule – Großtrollclub

Was wird im Großtrollclub eigentlich gemacht? Welche Themen und Schwerpunkte werden hier angesprochen?

Ziel des Großtrollclubs ist es, die Kinder so gut wie möglich auf die Schulzeit vorzubereiten.

Mit Abläufen die sich bei jedem Treffen wiederholen, sollen die Kinder Routine und Sicherheit bekommen. Zu Anfang werden gemeinsam Regeln besprochen, auf die wir besonders Wert legen, z.B.:

 

  • aufmerksam zuhören, damit die Erzieherin/ Erzieher nicht alles mehrmals wiederholen muss

  • leise sein, ausreden lassen und nicht dazwischen rufen

  • Handzeichen geben, wenn man etwas sagen will

  • mit Material verantwortlich umgehen

  • Stille-Zeit (das Kind arbeitet leise und redet nicht mit anderen Kindern)

  • Um auf die Herausforderungen in der Schule gut vorbereitet zu sein, unterstützen wir die Kinder mit Tipps zu bestimmten Arbeitsabläufen, fordern das freie Malen (nur selten mit Schablonen) und arbeiten auch an einem Projekt das mehrere Wochen dauert um die Ausdauer zu schulen. Wir machen Mut für neue Aufgaben, dass sie gestärkt, sowie mit Freude und Lust in die Schule starten können.

 

Unter anderem werden folgende Themen bearbeitet: 

  1. Gesicht und Körper

  2. Formen und Farbe

  3. Gefühle

  4. Sinne

  5. Mengen und Zahlen

  6. Buchstaben und Namen

  7. Wochentage, Monate, Jahreszeit

  8. Verkehrserziehung

  9. uvm.

 

Dazu gehört noch, dass die Kinder ihr Lernheft selbst herstellen (Umschlag gestalten Blätter und Umschlag zusammennähen), ihren Jahreskalender mit verschiedenen Techniken gestalten und, was wirklich etwas Besonderes ist, das Mäppchen für die Stifte, Klebestift, Spitzer, etc. selber nähen dürfen.

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Parallel beginnen wir im zweiten Halbjahr mit dem Würzburger Trainingsprogramm Hören – Lauschen – Lernen zur Förderung der Phonologischen Bewusstheit.

Phonologischen Bewusstheit - Wie bitte?

Vereinfacht gesagt beschreibt der Begriff Phonologische Bewusstheit die Fähigkeit, sich der Besonderheiten in der Sprache bewusst zu werden, diese zu erkennen und auch gezielt einzusetzen. Deutlich wird das z.B. bei den Reimen, den Wörtern, die gleich klingen bis auf den ersten Laut oder die ersten Laute: Haus, Maus, Laus, raus. Wer dieses Prinzip erkennt, verfügt über Phonologische Bewusstheit. Und da wird auch klar, weshalb sie im Zusammenhang mit den Vorläuferfähigkeiten für das richtige Schreiben in Verbindung steht: Wer „Haus“ schreiben kann und das Reimprinzip kennt, der kann auch Maus, Laus, raus schreiben, ohne groß nachzudenken. Zur Phonologischen Bewusstheit gehört aber auch, Laute zu erkennen und das Erkennen von Silben, die die Grundlage für den Rhythmus der Sprache schaffen.